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Daruma – Ein japanischer Glücksbringer

An Silvester habe ich bei einer Freundin im Regal einen Daruma entdeckt, einen japanischen Glücksbringer. Sofort hatte ich Lust, einen zu zeichnen. Dabei habe ich ihn mit Armen und Beinen gemalt, was eigentlich nicht richtig ist. Kennt ihr diese Puppen? Die Geschichte um diese kleinen Figuren ist wirklich spannend!

Der Ursprung des Darumas

Der Daruma (だるま) ist dem buddhistischen Mönch Bodhidharma nachempfunden, der im 5. und 6. Jahrhundert lebte. Bodhidharma stammte aus einem indischen Königshaus, lebte jedoch die Hälfte seines Lebens in China. Den Legenden nach gilt er als Gründer des Zen-Buddhismus’ und der Shaolin-Kampfkunst. Außerdem soll er die Teepflanze erschaffen haben. Dies geschah während seiner sagenhaften neunjährigen Meditation. Bodhidharma saß dabei still vor einer Felswand. Als der Mönch jedoch eines Tages einschlief, verärgerte ihn das so sehr, dass er sich seine Augenlider abriss. An der Stelle, an der diese den Boden berührten, wuchs die erste Teepflanze. Schlafen konnte er so nun nicht mehr. Jedoch starben ihm während der langen Jahre der Meditation auch noch Arme und Beine ab. Dies erklärt die Form des Darumas: ein runder Körper, keine Arme und Beine, gewickelt in eine rote Mönchsrobe und weit aufgerissene Augen. Eigentlich ziemlich schrecklich, oder?

Vom Mönch zum Glücksbringer

Ein heiliger Mann, eine gute Geschichte und die Suche des Menschen nach Glück: Glaube und gutes Marketing gehören immer ein bisschen zusammen. So entwickelte der japanische Priester Togaku aus dem Daruma-Tempel (だるま寺) diese kleine, runde Puppe als Neujahrsglücksbringer für die Tempelbesucher. Die Puppe sollte ein Jahr lang Glück und Wohlstand bringen. Am Jahresende wurden sie dann im Tempel verbrannt… und man konnte sich direkt eine neue Figur fürs nächste Jahr kaufen. In der Stadt Takasaki, in der der Daruma-Tempel steht, werden bis heute 80% aller japanischen Darumas hergestellt.

Der Daruma-Glückbringer

Darumas stehen für Glück und Beharrlichkeit. Daher ist in der meist aus Pappmaché gestalteten Puppe ein Gewicht enthalten, dass sie wie ein Stehaufmännchen immer wieder aufrichtet. Die Zeichnungen um die Augen und auf dem Bauch bilden einen Kranich und eine Schildkröte. Diese Tiere symbolisieren ein langes Leben. Neben dem traditionellen roten Daruma gibt es mittlerweile auch viele unterschiedliche Farben mit verschiedenen Bedeutungen:

  • Rot: Glück
  • Rosa: Liebe
  • Violett: langes Leben, Schutz vor Unglück
  • Grün: Gesundheit
  • Blau: Erfolg bei Schule und Arbeit
  • Weiß: Erfolg und Harmonie
  • Schwarz: allgemeiner Wohlstand, Schutz vor Unglück
  • Gelb: Freude
  • Gold: monetärer Wohlstand

Die Farben werden von einem entsprechenden Kanji unterstützt. Habt ihr euch für einen Daruma entschieden, erhaltet ihr diesen mit leeren Augen. Ihr müsst nun euren Wunsch oder euer Ziel formulieren und dann das linke Auge ausmalen. Anschließend versprecht ihr dem Daruma, dass er sein zweites Auge erhält, sobald sich der Wunsch erfüllt hat. Dann stellt ihr die Puppe an einen Ort, an dem ihr häufig vorbeikommt. Erfüllt sich der Wunsch innerhalb des Jahres, malt ihr ihm sein rechtes Auge. Habt ihr den Glücksbringer aus einem japanischen Tempel, müsstet ihr am Jahresende dahin zurückkehren, um ihn dort zu verbrennen. Ein guter Grund für eine Japan-Reise? 😉 Solltet ihr ihn aber nicht aus einem Tempel haben, verzichtet bitte darauf, die Puppe im örtlichen China-Krimskramsladen anzuzünden.

Warum ich den Daruma mag:

Oberflächlich betrachtet ist der Daruma nur ein dekorativer Glücksbringer mit einer buddhistischen Hintergrundgeschichte. Seine Farben, die Symbole und Kanjis sowie das Ausmalen der Augen haben soviel magisches Potential wie Hufeisen und Kleeblätter. Im Kern steht der Daruma jedoch für eine subtile Erinnerung an die eigenen Ziele. Durch das ganze Ritual gibt man sich selbst ein Versprechen und wird stets bei einem Blick auf den Glücksbringer daran erinnert. Unterbewusst arbeitet man so selbst auf die Erfüllung hin, um am Ende des Jahres der kleinen Puppe ein zweites Auge schenken zu können. Eigentlich doch süß, wo sie doch schon keine Arme und Beine hat. 😂

Habt ihr einen Daruma zu Hause? Welche Farbe sollte euer Glücksbringer dieses Jahr haben?


Quellen:
https://www.univie.ac.at/rel_jap/kami/Daruma
https://www.japanwelt.de/blog/daruma-bedeutung-gluecksbringer/
https://de.wikipedia.org/wiki/Daruma
https://de.wikipedia.org/wiki/Bodhidharma

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